Hunde auf den Grill - wie verhält es sich mittlerweile in China?
In China ist der Verzehr von Hundefleisch (einschließlich gegrillter Varianten) ein kontroverses Thema, das sowohl rechtlich als auch gesellschaftlich im Wandel begriffen ist.
Aktuelle Lage und rechtlicher Status
- Kein allgemeines Verbot, aber Einschränkungen: Es gibt kein landesweites Gesetz, das den Verzehr von Hundefleisch explizit verbietet. Allerdings hat das chinesische Landwirtschaftsministerium im Jahr 2020 Hunde offiziell als Begleittiere und nicht mehr als Nutztiere eingestuft, was die Schlachtung zu kommerziellen Zwecken erschwert.
- Regionale Verbote: Städte wie Shenzhen und Zhuhai haben den Verzehr von Hunde- und Katzenfleisch seit 2020 ausdrücklich untersagt.
- Yulin Hundefleisch-Festival: Trotz internationaler und lokaler Kritik findet in der Stadt Yulin weiterhin jährlich ein Festival statt, bei dem geschätzt 10.000 Hunde verzehrt werden. Dort wird Hundefleisch in verschiedenen Formen angeboten, unter anderem gegrillt, geschmort oder als Spieße.
Gesellschaftlicher Wandel
- Haustier-Boom: Das Ansehen von Hunden hat sich stark gewandelt. Immer mehr Chinesen halten Hunde als Familienmitglieder, was zu einer sinkenden Akzeptanz des Verzehrs führt.
- Mehrheitliche Ablehnung: Umfragen deuten darauf hin, dass eine Mehrheit der Bevölkerung (selbst in Gebieten wie Yulin) den Handel mit Hundefleisch inzwischen kritisch sieht oder ablehnt.
Problematische Hintergründe
- Herkunft der Tiere: Viele der für den Fleischmarkt genutzten Hunde sind keine gezüchteten Tiere, sondern oft gestohlene Haustiere oder eingefangene Streuner.
- Gesundheitsrisiken: Der unregulierte Handel und die oft unhygienischen Schlachtbedingungen stellen ein Risiko für die Übertragung von Krankheiten (Zoonosen) dar.
Hinweis zu "Grillen": In China sind Grillen (Insekten) ebenfalls ein Thema, allerdings in einem ganz anderen Kontext: Sie werden seit Jahrhunderten als Haustiere für ihren Gesang oder für Grillenkämpfe gehalten.