Danach.....

  • Hallo, ihr Lieben


    In letzter Zeit habe ich viele Berichte im Net angesehen. Arbeitslosigkeit....Wohnungslos...Armut.


    Die Schatten der Vergangenheit tauchten auf. Wie ich lebte....wo ich lebte....bis ich in's Heim kam. Über die Zeit im Heim habe ich schon in anderen Threads geschrieben...ein *ausgelutschtes* Thema.

    Nur...das Heim war damals meine Rettung. Mein erstes *zu Hause*. Die Entlassung? Nun ja, wie bei den meisten Heimkindern: Abschlusszeugnis, Arschtritt.*Auf Nimmerwiedersehen*.

    Jetzt bin ich ein alter Mann, und denke an diese Zeit zurück. Und überlege: Was wäre wenn?? Wenn man damals ein wenig Unterstützung gehabt hätte. Eine Anlaufstelle, wo man seine Sorgen *loswerden* konnte. Aber da war nicht's. Man war alleingelassen. Eine Endgültigkeit. Als ich damals in Stammheim meine Runden drehte, rief mich jemand aus einem Fenster an. Ein Gruppenkamerad aus dem Heim. Natürlich Fragen über Fragen. Und erfuhr: Dieser und jener im Knast. Einer wurde erschossen. Einige Mädchen landeten auf dem Strich.

    Ich denke, diese Menschen waren nicht böse, nur aus ihrem *Lebensumfeld* rausgerissen. War dieses Umfeld nun gut oder böse? Es war ihr zu Hause. Was anderes kannten sie ja nicht. Wenn man aufmerksam die Berichte der Ex-Heimis gelesen hat, schimmerten immer wieder auch positive Dinge auf. Nicht alles war schlecht....

    Und dann kam die Ungewissheit.

    Wie schon bekannt, hatten wir 2011 ein Treffen im ehemaligen Heim.

    Man traf Ehemalige, an die man sich nicht erinnerte. Sah das Heim, in dem nun andere Menschen lebten und....eine unwahrscheinliche Wehmut überkam mich. Wir waren in den ehemaligen Gruppenräumen und ich musste schon sehr schlucken, weil die Räume leer waren...nicht's war mehr vorhanden, was man in Erinnerung hatte. Ich ging in den Hof runter und stand da und lauschte. Nichts war zu hören...kein Kinderlachen...kein Kinderweinen. Stille...

    Mein Bruder Jogi-Bär erzählte eine Anekdote nach der anderen. Alle standen um ihn herum, lachten gezwungen und waren in Gedanken doch in den früheren Zeiten. In manchen Augen sah man Tränen schimmern.

    Als man später zusammen saß und über sein Leben nach dem Heim sprach, da tauchte wieder die Frage auf. Was wäre wenn gewesen? Wenn die Ungewissheit nicht gewesen wäre, als man uns auf die Menschheit los ließ. Wenige haben einen geraden Weg gefunden. Bei den meisten war es ein Weg voller Dornen.....

    Ich bin...ich weiß nicht wer
    Ich komme...ich weiß nicht woher
    Ich gehe...ich weiß nicht wohin
    Mich wundert, dass ich so fröhlich bin...


    ( Unbekannter Dichter, Mittelalter )


    Meine Lebensgeschichte unterliegt selbstverständlich, wie alle von mir eingebrachten Geschichten,


    meinem ( Hippie's ) Urheberrecht -- § 7 UrhG.

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