Fehlgeburt

  • Vorgeschichte.


    Lange habe ich mir überlegt, ob ich dieses Thema überhaupt hier posten soll, denn es betrifft mich. Es ist ein Thema, was ich über viele Jahre, eigentlich bis zum heutigen Tag immer verdrängt habe. Ehrlich gesagt, weiß ich nicht mal, warum es mir nach weit über 40 Jahre wieder einfällt. Damals war ich kaum 18 Jahre alt. Lebte auf der Straße und wusste nicht wohin. Als ich so durch die Straßen lief, sprach mich plötzlich jemand an. Es war ein Mann und er war nicht aus Deutschland. Marokkaner war er.


    Er war sehr nett und lud mich zu sich nach Hause ein. Da ich ja nun nichts besseres vor hatte, nahm ich die Einladung ein. Bei ihm zu Hause unterhielten wir uns erst mal ganz nett und am Ende schlug er mir vor, ob ich nicht bei ihm bleiben wollte und zu ihm einziehe.


    Da ich mal wieder in einem richtigen Bett schlafen wollte, nahm ich die Einladung an und zog von der Straße zu ihm in seine Wohnung ein. Doch das war irgendwo ein Fehler. Es gab keine ruhige Nacht in dem er nicht in mich eindrang Er fing an, wenn er Zur Arbeit ging die Tür abzuschließen und eines Tages kam er nach der Arbeit nach Hause, hielt mir eine Pistole vor dem Kopf und behauptete er hätte mich mit einem anderen Mann gesehen. Konnte ja nicht sein, weil er die Türen abschloss, ich keine Schlüssel besaß und so keine Möglichkeit hatte, seine Wohnung zu verlassen. Zu diesem Zeitpunkt, hatte ich seine Wohnung nach Tabletten abgesucht und alles geschluckt was ich diesbezüglich finden konnte. Aber ich musste davon nur kotzen und die Tabletten schwammen im Erbrochenem herum.


    Er hielt mir die Pistole vor dem Kopf und ich sagte ihm, das er ruhig abdrücken konnte, weil mir der Erfolg mit den Tabletten nicht geglückt sei. Darauf hin, ließ er die Pistole senken und nahm mich. Ich hatte eh keinen Willen mehr. Mir war es egal. Am nächsten Tag ging er wie gewohnt zur Arbeit und vergaß die Wohnungstür abzuschließen. Ich verwüstete seine Wohnung und lief ziemlich befriedigt dessen auf die Straße. Ein paar Tage trieb ich mich herum, bis ich von der Polizei aufgegriffen wurde und in ein Aufnahmeheim, ich glaube, das es das Theresienheim auf der Dammannstraße war, gebracht wurde.


    Den zweiten Teil erzähle ich morgen. Aber auch dieser mag nicht für jeden angenehm sein. Aber es ist Teil meines Lebens und ich schaffe es nicht ihn aus meinem Gedächtnis zu streichen. Wirklich gesprochen habe ich darüber nie. Damals war ich dem Tod glaube ich näher als dem Leben.


    Es ist ein Schicksal, ein Leben verkorkst, versaut, durch Unwissenheit, keine Aufgeklärtheit. Kein Interesse des Jugendamtes oder eines sonstigen Menschen. Immer alleine, immer durch, egal wie. Aber irgendwann verlässt dich die Kraft. Immer nur gegen Windmühlen kämpfen, macht dich kraftlos und schwach und müde und irgendwann mag man nicht mehr. . Entweder man greift zu Drogen oder man versucht sich umzubringen. Ich habe keine Drogen genommen...aber später etwas mehr.


    "Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich sage - nicht dafür, was Du verstehst!

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