Einsame Advents- und Weihnachszeit

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  • Eine wahre Begebenheit.


    Wer von Euch hat es schon erlebt, ganz allein und einsam die Advents- und Weihnachtszeit zu verbringen?



    Du schlenderst über den Weihnachtsmarkt, nicht weil man sich was kaufen oder essen und trinken möchte, dafür fehlt das Geld, sondern weil Du der Einsamkeit in der Wohnung entfliehen möchtest. Die Wohnung ist kalt und leer und Du ertrinkst in Depression und Traurigkeit. Du hast nicht die Mittel um ein wenig Wärme und Geborgenheit hinein zu bringen und Du denkst daran, wie es Weihnachten auf der anderen Seite sein könnte. Helle Lichter, fröhliche Gesichter, Kinder die sich noch wirklich über die einfachsten Dinge freuen können. Menschen die Dir zu lächeln, einfach so, sich zu Dir setzen, weil sie fühlen, da möche sich ein Mensch irgend etwas von der Seele reden. Dir tröstend die Hand auf legen.



    Aber die kalte Wohnung lässt solche Träumereien nicht zu und so gehst Du zum Weihnachtsmarkt. Du siehst Menschen die Hand in Hand gehen. Du siehst Menschen die irgendwo an einem Stand stehen, ein Glas Glühwein in der Hand und Du siehst lachende und glückliche Gesichter. Du fühlst Dich einsamer als je zuvor und bemerkst nicht, das Dir die Tränen die Wangen herunter laufen. Halb blind, weil Du durch die Tränen nur noch alles verschwommen siehst, gehst Du die Straße weiter entlang. Der Duft von Glühwein, Und Essbaren lässt Dir Deinen Magen zusammen ziehen, weil Du seit Tagen nichts mehr gegessen hast. Aber Du kannst es Dir nicht leisten, nur einen Gedanken daran zu verschwenden, Dir eine Bratwurst oder auch nur ein trockenes Brötchen zu holen. Plötzlich gibt es ein Geschubse und Gedränge. Menschen stehen wie Trauben zusammen und schauen auf irgendwas. Ich kann nicht sehen auf was sie schauen, weil ich mitten in der Menge stehe und einfach nur hin und her geschoben werde. Momentan bin ich von meinen traurigen Gedanken ab gelenkt und Panik über fällt mich. Ich will hier nur noch raus und so boxe und schiebe ich mich durch die Menge, bis ich wieder Luft zum atmen habe. Ich will nur noch nach Hause. Auch wenn mich dort nur Kälte und Leere empfängt. Mir fällt ein, das ich noch eine Flasche Wein habe und da ich nicht viel vertrage, bringt sie mir vielleicht ein wenig Vergessenheit.



    Auf den Weg nach Hause sehe ich einen Obdachlosen, der einsam auf einer Decke sitzend, die Hand ausstreckend, in der Hoffnung, das ihm Jemand etwas dort hinein legt, sitzen. Eine Frau kommt vorbei, ein Brötchen in der Hand, sie legt es dem Obdachlosen grinsend in die Hand und geht schnellen Schrittes weiter. Unsere Blicke treffen sich und ich setze mich zu diesem obdachlosen Menschen. Er nimmt das Brötchen, reißt es zu zwei Hälften und gibt mir davon eine. Ich nehme es nur zögernd an und er sagt,"nimm es ruhig, der Hunger guckt Dir nämlich aus den Augen." Ich bedanke mich und lächel ihm dabei zu. Er lächelt zurück, beißt in sein trockenes Brötchen und sagt dann kauend zu mir, "frohe Weihnachten." Ich merke wir mir wieder die Tränen in die Augen schie0en, doch der Mann legte tröstend seinen Arm und mich und ich fühlte mich seit langer Zeit nicht mehr einsam. Es gab einen Menschen, der an meinem Schicksal teil nahm. Er erzählte mir seine Geschichte und diese war traurig und Schicksal schwer. Danach schwiegen wir lange und dann floss es aus mir heraus.



    Wir verbrachten den Abend auf der Decke sitzend zusammen. Manchmal schweigend, lächelnd oder erzählend. Ich glaube, das war der schönste Adventsabend den ich je erlebt habe. Als ich in meine Wohnung kam, hatte ich die Flasche Wein vergessen und ich dachte daran, das es Menschen gibt, denen es schlechter ging als mir und doch - niemals aufgaben und für einen moment waren Kälte, Einsamkeit und Leere verschwunden.


    @ Wally

    "Ich bin nur dafür verantwortlich, was ich sage - nicht dafür, was Du verstehst!

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