Hast du stattdessen Zivildienst gemacht?
Zu meiner Zeit gab es den Begriff "Zivildienst" nicht.
Bei mir hieß es "Ersatzdienst" und die Menschen, die diesen Ersatzdienst leisteten, wurden "bestraft" - sie mussten länger diesen Dienst leisten und wurden z.T. zu Diensten herangezogen, die der Verweigerung nicht entsprachen.
Allein die Prozedur bis zur Anerkennung als Kriegsdienstverweiger aus Gewissensgründen vor einer Kommission war z.T. entwürdigend, weil man dies beweisen sollte, aber das geht nun mal nicht.
Gewissen lässt sich nicht beweisen. Und wer nicht anerkannt wurde, der musste klagen. War der Termin bezüglich der Klage später, die Bundeswehr zog trotzdem ein und stürzte die jungen Männer in krisenhafte Situationen ... .
Ich hatte bei der Überprüfung einen Rechtsbeistand (damals Anfang der 70-er Jahre 100,00 DM), denn ich war in Zeitnot.
Später hatte ich mich bei der Stelle um die Anerkennung von Kriegsdienstverweigeren beworben. Sie haben mich selbstverständlich nicht genommen. In den Kommissionen saßen offensichtlich nur Leute, um die Anerkennung zu verhindern und niemanden, der als Kriegdienstverweigerer anerkannt werden musste.
(Das hatte ich u.a. auch in meinen jungen Jahren meinem Rechtsbeistand zu verdanken, der später in Frankfurt am Main Rechtsanwalt wurde).
Ein Beispiel von unsereren Politikern, die den Parteiwechsel per Gewissensentscheidung begründeten. Eine "Überprüfung" fand nicht statt. Und damit auch keine Anerkennung bzw. Ablehnung. 


Parteien wurde gewechselt aus Gewissensgründen? NEIN. Man sicherte sich weitere 4 Jahre einen Listenplatz für die kommende Wahlperiode. Immer wieder und wieder passiert.



Meinen Ersatzdienst leistete ich in einer Werkstatt für Behinderte und einem angeschlossenen Wohnheim füe Behinderte ab.
Danach wurde ich als Mitarbeiter voll übernommen (42 Std. die Woche) und studierte parallel an der Fachhochschule ein Vollzeitzeitstudium als Sozialarbeiter und später noch das Studium als Diplom-Pädagoge (jeweils mit den Schwerpunkten Behinderten- und Jugendhilfe)
[Ich war ja in den 60-er Jahren auch über 6 Jahre in einem Heim der Jugendhilfe in Osnabrück/Niedersachsen untergebracht (FEH).]
Mein Wirtschaftsabitur war auch dabei sehr hilfreich und konnte das Wissen bereits in der Ersatzdienstzeit anwenden
So gesehen habe ich durch meinen Ersatzdienst in der Behindertenhilfe meine berufliche "Karriere" planen und einleiten können.
Und bis zum Beginn unserer Rente leitete ich mit meiner Frau ein(e) Kinderhaus/Familiengruppe in der Jugendhilfe. Ich kenne also beide Seiten der Jugendhilfe - allerdings in jeweis anderen Zeitabschnitten.