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Hyperbolisches Häkeln ist eine faszinierende Technik, bei der mathematische Prinzipien der hyperbolischen Geometrie in textile Strukturen übersetzt werden. Dabei entstehen wellige, krause Formen, die stark an Korallen, Salatblätter oder komplexe Sattelflächen erinnern.
Das Grundprinzip
Im Gegensatz zum normalen Häkeln, bei dem man für eine flache Scheibe nur in bestimmten Abständen zunimmt, wird beim hyperbolischen Häkeln die Anzahl der Maschen pro Runde exponentiell erhöht.
- Zunahmerhythmus: Der Abstand zwischen den Zunahmen bleibt konstant, oder die Anzahl der zugenommenen Maschen erhöht sich in jeder Runde.
- Beispiel: In der 1. Runde 16 Stäbchen häkeln, in der 2. Runde in jede Masche 2 Stäbchen häkeln, in der 3. Runde wieder jede Masche verdoppeln usw..
- Wirkung: Je häufiger Maschen verdoppelt werden (z. B. jede 2. statt jede 6. Masche), desto stärker kräuselt sich das Modell.
Anleitung: Einfache hyperbolische Ebene
- Start: Eine Reihe Luftmaschen anschlagen (z. B. 15–20 für den Anfang).
- Reihe 1: 5 feste Maschen häkeln, die 6. Masche verdoppeln. Diesen Rhythmus bis zum Ende der Reihe wiederholen.
- Weitere Reihen: In jeder weiteren Reihe die Maschen in festen Abständen verdoppeln.
- Effekt: Es entsteht eine stark gewellte Fläche, da der Rand schneller wächst als die Mitte.
Varianten
- Pseudokugel: Ein Ring wird hyperbolisch umhäkelt, indem man z. B. in der ersten Runde eine Drei-Maschen-Gruppe zu einem Ring schließt und dann regelmäßig Maschen zunimmt.
- Material: Es eignet sich jegliches Garn, oft wird Buntes Sockengarn für den ersten Test empfohlen, um die Farbeffekte bei der Kräuselung zu sehen.
Diese Technik wird häufig genutzt, um mathematische Modelle der hyperbolischen Ebene erlebbar zu machen.