Wie geschrieben, musste man die *Hohe Straße* runter laufen, wenn man in die Stadt wollte.
Etwa auf halber Höhe stand eine Villa...vielleicht war es auch nur ein Einfamilienhaus, aber für mich war es eine Villa, weil alles so schön und gepflegt ausgesehen hatte.
Da wohnte eine Familie mit einer Tochter und einem Arschloch, das Hansi hieß.
Hansi lauerte uns Flüchtlingskindern immer auf, wenn wir am Villa-Haus vorbei gingen. Dann stürmte er heran, schlug uns und seine dämliche Mutter stand am Gartentor und lachte. Gegenüber dem Villa-Haus war ein großes Gebüsch, in dem ich mich einmal mit einer langen Bohnenstange bewaffnet versteckte. Denn Hansi hatte ein schönes neues Rad bekommen. Das schob er den Berg ganz hoch und dann ging es mit Karacho bergab. Mutig war er, der Hansi.
Hansi kam also angebrettert, ich schob die Bohnenstange vor und ( der liebe Gott half mir dabei ) erwischte das Vorderrad zwischen den Speichen.
Das Rad blockierte, Hansi hob über den Lenker ab--mehr habe ich nicht gesehen, denn ich machte mich aus dem Staub.
Abends kam dann die Polizei in's Lager, aber ich hatte mich schnell vorsorglich im Keller versteckt.
Zukünftig bin ich dann südlich runter zur Haller-Straße und dann diese entlang bis zur Innenstadt. Sicher ist sicher...
Damals war zwischen St-Martin-Straße und Haller -Str. zum größten Teil *Wildnis*--heute ist alles zugebaut.
© Hippie