Es kam, was kommen musste....
*Mutter* wurde schwanger. Ich wurde mit einem Briefchen zu den werdenden Papa geschickt, der auf der Baustelle zwei Häuser weiter arbeitete.
Denn schließlich sollte der Mann auch von seinem Glück erfahren. Luigi machte sich in Richtung Heimat aus dem Staub und ward nicht mehr gesehen.
Aber was soll's? Ein Geschwisterchen mehr. Später erzählte sie, sie wäre bei einem Abendspaziergang im Stadtteil, in den wir später landeten vergewohltätigt worden--worauf ich sie erinnerte, das sie beim Lügen schon etwas aufpassen müsse, denn da war das neue Brüderchen schon ca.2 Jahre alt.
Was noch zu erwähnen ist: Die Spaghetti -und Tomatensoßenzeit war vorbei. Denn es sprach sich herum, das *Mutter* schwanger sei und da wollte kein Luigi riskieren, als *Ersatzvater* genannt zu werden.
Das Brüderchen kam zur Welt und die kleine Wohnung wurde noch kleiner. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wie wir eigentlich Bettenmäßig ausgestattet waren.
Im Schlafzimmer hauste *Mutter* mit dem neuen Brüderchen, das Wohnzimmer war tabu, weil es eben das Wohnzimmer war und kein Schlafzimmer.
Also waren wir anderen Geschwister im Kinderzimmer untergebracht. Als meine ältere Schwester dann in der Fabrik arbeitet, schlüpfte ich jeden Morgen in ihr Bett, sobald sie die Wohnung verlassen hatte.
Nebenbei bemerkt: Meine ältere Schwester bekam für den ganzen Monat Arbeit 170 DM ( oder waren es 70 DM? ). Sie bekam jeden Freitag eine Lohntüte mit ein paar Mark und am Monatsersten gab es die *Abrechnung.*
Freitags durfte ich sie immer am Fabriktor abholen. Da bekam ich von ihr 50 Pfennig, mein *Taschengeld*. Davon kaufte ich mir eine Ecke Schmierkäse, oder einen kleinen schmalen Comic und ein 5er Päckchen Storck -Sahne-Bonbons.
In den Eckenkäse machte ich ein kleines Loch und dann zutschelte ich ganz langsam daran, bis der Käse leer war. Was für ein Luxus!!
Ihr Luxus war jeden Freitag ein Brötchen und 50 gr. Gelbwurst--mal ins Freibad gehen, mal ins Kino. Der Rest ihres *Verdienstes* wurde vom Sozialamt mit den Stütze verrechnet.
Als wir später in die Ruine umziehen mussten, lernte sie ihren ersten Mann kennen und verschwand irgendwann in Richtung USA. Aber da war ich dann schon im Heim. Vor ihrer Abreise besuchte sich mich dort --aber das ist eine andere Geschichte.
Hier geht es weiter mit unserer ersten *Nichtlagerwohnung*....
©Hippie