Beiträge von Hippie

    Das Zimmermann und ich nicht die besten Freunde waren, war offensichtlich--aber manchmal hat er mich wohl doch sehr lieb gehabt. Dazu später...

    Was so im Heim erzählt wurde...

    Zimmermann war im 2. Weltkrieg ein treuer Anhänger Adolf I. Was dazu führte, das er von den Ami's geschnappt wurde und über den *großen Teich* transportiert wurde.

    In ein Kriegsgefangenen-Camp in der Nähe der *Chesapeake-Bay.*

    Wenn wir keine Lust hatten seinem Unterricht zu folgen, musste ihn jemand nur nach seiner Gefangenschaft fragen--und schon ging das Erzählen los. Die Zustände im Lager, die Behandlung durch die * Kaugummifresser*

    Nein...er mochte die Ami's nicht.

    Wir ( das Heim ) bekamen von den Ami's ( Kaserne war ca. 12 Km. vom Heim entfernt ) immer mal wieder *Manöverpakete* ( Rationen ?). Darin war Schokolade, Kekse/ Brot (?) Tuben, in denen Käse war, Wurstdosen und natürlich Zigaretten--mehr fällt mir nicht ein.

    Jedesmal wenn die Pakete kamen ( und bei der Küche abgeladen wurden ) war Zimmermann schnell zur Stelle. Scheiß auf die Ami's---her mit den Paketen. Er raffte zusammen was er abschleppen konnte und ab in sein Dienstzimmer. Seine liebste Beute waren Zigaretten und die kleinen grünen Wurstdosen.

    Wenn er die Dosen leer gefuttert hatte, verwendete er sie als Aschenbecher.

    Dieser stand im Gang zum Klassenzimmer auf einen Fenstersims. Axel, mein *Müllerleidensgenosse,*

    nahm fast jeden Tag ( wenn wir vom Schulhof kamen ) die Aschenbecher-Dose und quetschte sie zusammen.

    Natürlich legte sich Zimmermann auf die Lauer--und erwischte irgendwann einen anderen Mitschüler der die Dose zusammendrückte ( Joachim--auch einer der Müllergruppe ). Zimmermann bearbeitet mit seinen *Jakob* den Joachim--dann sperrte er Joachim in den kleinen Raum, in dem Landkarten, ein altes Skelett und sonstiger Schulkram war. Erst kurz vor dem Abendessen fiel auf, das Joachim nicht in der Gruppe war. Einer von Müller's Arschkriechern erzählte wo Joachim wahrscheinlich sei.

    Sofort Müller's Verwandlung: Das Gesicht lief feuerrot an--abwechselnd in's käsige weiß und die Haare standen zu Berge. Er stürmte die Treppe runter und *befreite* Joachim--worüber dieser nicht glücklich war. Denn *Zorn-Müller* drosch sofort auf Joachim ein.

    Joachim hatte eine geschwollenen Nase und ein Auge färbte sich langsam blau. Zimmerman fragte ihn scheinheilig am anderen Tag, ob er die Treppe runtergefallen sei.

    Als ich nach der Müllergruppe in die neugegründete 10er. Gruppe kam, war Zimmermann mein/unser Wohnungsnachbar. D .h..er hatte auf der anderen Flurseite ein Zimmer, in dem er während der Woche hauste.

    Freitagsnachmittags fuhr er ( gerüstet mit Lodenmantel, Jägerhütchen und Rucksack nach Ilshofen (?) .

    Da hatte er seine richtige Wohnung--zusammen mit seiner Frau.

    Wenn er auf dem Th. war, mussten die älteren Mädchen jeden Morgen ihm das Frühstück aus der Schloßküche bringen. Jeden Morgen blaffte er sie an--besonders Charlotte K., ein Mischlingsmädchen. Mutter Deutsche , Vater farbiger GI...( Damals gab es viele Mischlinge). Charlotte wurde von ihm nur *Gorilla* genannt.

    Wegen ihrer Hautfarbe...

     Charlotte

    Der Tag kam, an dem mich Zimmermann liebte.

    Als ich in den Ferien mit meinem Gipsbein allein in meiner Gruppe war, ging die Tür auf. Zimmermann kam rein und meinte, bevor er nach Hause fahren würde, würde er nach Crailsheim fahren, etwas erledigen.

    Ob ich etwas brauchen würde. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte ( hatte ich etwas gesagt?? Ich weiß es nicht mehr ). Er ging und nach ein paar Stunden tauchte er wieder auf und brachte mir ein Buch und eine Tafel Schokolade. Am anderen Tag war er in seine Wohnung nach Ilshofen gefahren und ich sah ihn erst nach den Ferien wieder. Ich ging vor Schulbeginn zu ihm und wollte mich bedanken. Worauf er vor sich hingrummelte und mich wegschickte.

    Hat er mich nun *geliebt* oder nicht??

    Ich würde gern wissen was aus ihm geworden ist. Muss mal meinen Bruder fragen. Er war ja noch nach meinem Abgang Zimmermanns Schüler.

    Und was aus den anderen Lehrern, Erziehern und sonstigen Beschäftigten des Th. geworden ist. Der Th. wurde ja als Kinderheim geschlossen und angeblich nach Craislheim verlegt...


    © Hippie

    Als Gedächtnisstütze...

    **Die Chesapeake Bay [ˈtʃɛsəpik ˈbeɪ] ist die größte Flussmündung in den USA. Sie ist eine südwärts zum Atlantik hin verlaufende Bucht desselben zwischen der Delmarva-Halbinsel im Osten und dem nordamerikanischen Festland im Westen und von den Bundesstaaten Virginia und Maryland umgeben, für die sie eine der bedeutendsten Naturlandschaften darstellt.**

    Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Chesapeake_Bay

    Bei mir kam bei der großen Menge Spargel gestern nicht ein einziger Pups!

    Hippie - beachte auch du den Tipp in #6901

    TIPP:

    **Spargel ist für Diabetiker sehr gut geeignet. Er hat einen niedrigen glykämischen Index und enthält wenig Kohlenhydrate, was bedeutet, dass er den Blutzuckerspiegel nicht stark ansteigen lässt. Zudem ist Spargel reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen, die für Diabetiker wichtig sind.**

    Sag ich doch....es lebe der Spargel.Töchterchen hat heute gekocht. Spargel:hier:

    Das du nicht gepupst hast---in deinem Alter ist das normal. Die Darmtätigkeit wird langsamer.:ei: Aber : Was Du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen.Die Winde werden dich heute noch plagen und dich dann verlassen.:sehrgut:

    Ich habe ( mehr oder weniger ) mal nach gelesen, was ich bisher über das Heim geschrieben habe.

    Es macht den Eindruck, ich sehe den Heimaufenthalt zu rosig. Aber das liegt wohl daran, das ich vor meiner Heimzeit sehr viel Schlechtes erlebt habe. Mein Leben vor dem Heim war geprägt von Prügel, Hunger und Kälte. Hab darüber geschrieben--muss es nicht wiederholen.

    Wie die anderen Ex-Th darüber denken? Ein Gewinnsel und Gejammer --und sind sich nicht in Klaren , in welchem Scheißhaufen sie als Kind vor dem Heim gelebt haben.

    Mein Bruder denkt genauso wie ich, was das Heim angeht.

    Was mich in den Heimkinderforen genervt hat ( auch von den Ex-Th.) war: Immer die gleiche Leier wie Scheiße die Jugendämter waren. Jugendamt--Kirche---schuld das sie im Heim waren. Die Arschlöcher haben vergessen das die Eltern genauso schuld waren. Wenn man die Schiksale gelesen hat: Mutter rumgehurt--Vater ein Säufer. Kinder sich selbst überlassen..das hat die Kinder ins Heim gebracht. Ich hätte mir den Finger in den Hals stecken wollen, wenn dann so ein Scheiß geschrieben wurde* Ich habe meiner Mutter verziehen*--So ein Dreck. Ich bin nicht zu Beerdigung meiner *Mutter* gegangen. Als ich es damals im Forum geschrieben habe, war das *Entsetzen* groß. War ich doch absolut herzlos. So nach und nach schrieben dann auch andere User das sie auch nicht zur Beerdigung ihrer *Eltern* gegangen sind. Warum muss man denn erst heucheln?? Was klar ist...die Zeit nach dem Krieg war schlimm was die jungen Leute angeht. Mädchen waren sofort Huren, wenn sie bei einem Fest oder ähnl. erwischt wurden. Jungen waren Taugenichtse weil sie mal * Blau* gemacht haben. Sie wurden angezeigt und wanderten ins Heim. Aber die Mehrzahl der Heimkinder waren eben im Heim weil die Eltern absolute Versager waren.

    Wenn ich was falsch geschrieben habe, floras, dann berichtige es...Du kennst dich da aus.

    Noch etwas zu den Nonnen....die Nonnen die ich beschrieben habe: Ich denke sie glaubten alles richtig zu machen. *Im Namen des Herrn*. Damit meine ich die Misshandlungen. Missbrauch ist ein anderes Thema.

    Als ich im Tafelladen arbeitete lernte ich Schwester Maria- Angela kennen. Sie und eine andere Nonne ( Namen vergessen ) leiteten eine Unterkunft für Obdachlose.

    Da konnten die Männer duschen, ihr Wäsche waschen, bekamen Essen. Nur übernachten war nicht möglich--zu wenig Platz.

    Wenn wir im Tafelladen zuviel Ware hatten, rief ich Maria -Angela an und sie kam mit ein paar ihrer Schäfchen um *die Gaben Gottes * abzuholen. Es waren zwar Waren die ich schenkte--und so blieb mir als Dank ein herzliches *Vergelt's Gott.*

    Aber ich denke: **Der Herr wird's mir lohnen--im späteren Leben.** :saint:

    So..das wollte ich wegen den Nonnen loswerden--die waren gut. Nicht immer alles über einen Kamm scheren...

    © Hippie

    Sexueller Missbrauch im Heim.....

    Ein Gerücht ging um, das ein Erzieher davon gejagt wurde, weil er ein Mädchen im Bad angetatscht hätte. Wahrheit ??

    Ein Erzieher soll angeblich immer dann *aus Versehen* in den Gruppenduschraum gekommen sein als die Mädchen duschten.

    Das waren immer so vage Sachen--wenn wir die Mädchen danach fragten bekamen wir nie eine klare Antwort.

    Was ich aber sicher weiß: Wenn in der Gruppe Müller Duschen angesagt war ( Gemeinschaftsdusche --musste man bei jedem Wetter quer über den Hof latschen ) war sehr oft die gute Frau Müller dabei. Sie saß im kleinen Vorraum an einem Tisch und trug in ein kleines Buch die Wäsche ein, die man für die Wäscherei abgab. Dabei schaute sie uns beim Duschen zu...altes Ferkel!

    Nach dem Duschen war dann oben in der Gruppe Unterhosenkontrolle. Wer eine *Bremsspur* in seiner Hose hatte bekam diese um die Ohren gehauen.

    Aber zurück zum sexuellen Missbrauch.

    Es war erschütternd viel in den Foren zu lesen. Angeklagt wurden sehr oft Nonnen, Diakone....

    Ich weiß nicht ...ist vielleicht das Zölibat daran schuld gewesen??

    Die Nonnen wurden im nachhinein auch beschuldigt Kinder misshandelt zu haben--was leider der Wahrheit entsprach.

    Wenn man sich in die Geschichte mancher Klöster vertieft, kann man lesen, das die Novizinnen auch im Namen des Herren auf den rechten Weg geprügelt wurden.

    Und so haben sie es an die Heimkinder weiter gegeben.

    Leider werden bis heute Kinder von Personen missbraucht, denen man die Kinder voller Vertrauen übergeben hat.

    Und leider wird viel unter den Teppich gekehrt und gedeckt von den Kirchenoberen.

    Es hört nie auf....

    © Hippie

    Weiter geht's

    Was war nicht gut? Als sehr schlecht fand ich die *Erpresserbriefe* die wir armen Sünderlein schreiben mussten. Dann wurden die Briefe mit der Drohnung *Wenn Du nicht spurst, geht der Brief an's Jugendamt. Dann kommst Du auf den Schönbühl* eingesammelt.

    Was haben wir erlebt?

    La Punt bei St Moritz im Engadin - Skiurlaub, Frankreichfahrt, Theaterbesuch in Stuttgart, Kinobesuche und Ausflüge in der Gegend. Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber-Mozartabend, Coburg, ehem. KZ Flossenbürg usw...

    Reisen etc. die wir ohne Th. nie erlebt hätten.

    Frankreich


    La Punt


    Nachdenklich...

    Ich hab die letzten Tage viel mit meinem Bruder telef.

    *Weißt Du noch, damals...* so fingen viele Sätze an.

    Das Heim...

    *Wer weiß,wo ich gelandet wäre--ohne den T-h* meinte er.

    Und ich wusste, wo ich ohne den T-h- gelandet wäre.

    Es ist schwer jetzt einen Anfang zu finden, wenn ich über das Heim schreibe.

    Als ich damals im Forum *Im.Heim.de* über das Heim schrieb, kamen die Fragen* Warst Du in einem Internat?*

    Erst wusste ich nichts mit der Frage anzufangen. Als ich dann viele viele Berichte von anderen Heimis gelesen hatte, verstand ich die Frage.

    Das waren wahre Horrorgeschichten. 1 PS, Wally--und viele viele ander Heimis haben wirklich die Hölle erlebt.

    Und auf dem Tempelhof? Der erwähnte Müller war ein sadistisches Arschloch--gar keine Frage. Er war die Ausnahme. Sicher wurden von anderen Erziehern mal Ohrfeigen ausgeteilt. Aber seien wir doch mal ehrlich? Waren die Ohrfeigen nicht oft genug berechtigt?

    Und damals war es doch *normal* Kinder zu züchtigen. In der Schule...vom Pfarrer...von den Eltern. Diese waren doch Kinder ihrer Zeit. Sie kannten es nicht anders.

    Und arbeiten im Heim? Es war oft ein Knochenjob. Aber hat es uns so sehr geschadet? Die Mitschülerinnen/ Mitschüler in Marktlustenau ( meist Bauernkinder ) mussten doch nach der Schule auch auf dem elterlichen Hof mitarbeiten. Die kannten es gar nicht anders....für sie war das normal.

    Als es um die Entschädigung ( Heimkinderfond ) ging, habe ich lange gezögert eine Antrag zu stellen. Ich hatte immer die Einstellung: Ich hatte im Heim ein Bett, Essen, Kleidung und kann in die Schule gehen. Als Gegenleistung helfe ich eben in der Gärtnerei und in der Landwirtschaft.

    Christel ( damals MOD ) *bearbeitete* mich und sagte, es wäre ungerecht gewesen das ich arbeiten musste. Denn Essen, Kleidung usw..usw..hätten mir auch so zugestanden. Ich habe dann auch den Antrag gestellt...

    Im Nachhinein habe ich gehört/ erfahren: Einige Ex-Th. haben sich plärrend bei der zuständigen Frau ( Heimkinderfonds ) auf den Boden geworfen weil es ihnen im Heim doch sooo schlecht gegangen ist--um damit zu erreichen richtig absahnen zu können. Wie beschämend ist das denn?? Sollen froh sein, das keine Treffen mehr statt finden.

    © Hippie

    Schreibe gleich weiter...


    Links: Herr Sohr. Zusammen mit seiner Frau *Gruppeneltern*. Religionslehrer.

    Rechts: Kenne ich nicht...mein Bruder meinte einmal, das wäre ein Sohn des Hausmeisters. An einen Hausmeister kann ich mich nicht mehr erinnern. War wohl zu der Zeit als ich damals von meiner Lehrstelle getürmt war. Mein Bruder war ja da noch eine Weile auf dem T-hof.

    Es geht hier um den Mann in der Mitte. Herr Strasser. Für uns *Zöglinge*--wie er uns nannte--war er nur der *Strasser*. Mit seiner ausdrücklichen Erlaubnis.

    Heuernte, Kartoffelernte, Rübenernte...immer mit ihm im Einsatz. Tiere versorgen. Pferde, Kühe, Schweine, Hühner. Auch sonst gab es in der Landwirtschft immer etwas zu tun.Z.B. den neuen Schweinstall bauen. Da hatten wir einen Maurer aus Marktlustenau, der uns zeigte, was wir machen mussten. Er ist mal vom Gerüst in die Schweinekacke gefallen. Die hat ihn davor bewahrt sich die Knochen zu brechen. Er ging hinter den Stall, wurde von Strasser mit dem Wasserschlauch gesäubert.

    Ein paar neue Klamotten aus der Kleiderkammer, ein paar Schnäpse--und schon konnte er wieder frisch fröhlich an's Werk gehen.

    Strasser war sehr intelligent. Warum er als Knecht auf dem Tempelhof arbeitete--da gab es viele Gerüchte, auf die ich hier nicht eingehe.

    Die Erzieher und Lehrer sahen auf Strasser immer etwas herab--was dieser natürlich merkte.

    Mittagszeit. Speisesaal im Schloss. Wir Älteren hatten unseren Tisch neben dem Eingang am Fenster. Im gebührendem Abstand von uns bösen Buben standen die Tische der Erzieher und Lehrer--und Strassers. Der mehr oder weniger allein an einem Tisch saß. Als alle schon anfingen zu essen ging die Tür auf und Strasser marschierte ein ( Jeden Tag das selbe/gleiche ). Grinsend an uns vorbei und stank herrlich nach Stall und hinterließ deutlich sichtbare Stiefelabdrücke. Natürlich rückten Erzieher und Lehrer so weit es ging von ihm ab--was ihn aber nicht störte. Frau Bär ( Köchin ) schaute um's Eck und zog sich grinsend zurück. Sie hat nie mit dem Strasser geschumpfen.


    Unser Tisch am Fenster

    © Hippie