Beiträge von Wonzel

    Der Laden ist doch an der Ecke auf dem Weg zur Tankstelle.
    Da kommst Du dochjeden Tag zwei mal vorbei, Wonzel.

    Tut mir leid Klaus, aber ich kenne den Laden trotzdem nicht. Vielleicht laufe ich da ab und zu vorbei, aber mit Blickrichtung gen Boden, damit ich nicht stolpere.

    War heute bei meiner Ex eingeladen. Es gab grüne Heringe im Teigmantel gebacken. Na ja. es waren einfach zu viel Gräten drin und die ganze Zeit im Mund rumstochern war mir doch zuviel. Renate machte das nichts aus, die würde sogar ein Walrückgrat zerknurpseln.

    Das Gessnerbier, das ich ihr mitbrachte, schmeckte ihr hervorragend und ich habe nichts davon abgekriegt, was ja ein gutes Zeichen war.

    Am besten, Du fragst Wonzel selbst

    Also bitte, ja!? Ich kann mich nicht an eine deratige Situation erinnern!. Im Restaurant schweigt man stille und schluckt seinen Ärger über eventuelle Speisemängel vornehm runter.

    Man kann höchstens dem Gastgeber, in dem Falle Floras, dezent zuflüstern, er solle bloß von einer Trinkgeldgabe Abstand nehmen. Draußen im Freien würde ich dann erklären, warum, wenn sich unsere Mägen wieder entkrampt haben.

    Ich dage immer, nur nichts gefallen lassen und man sollte auch ruhig einen Rausschmiß in Kauf nehmen! Denn: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

    Es ist ja allgemein bekannt, daß es in kulinarischer Hinsicht ein Mordsgefälle zwischen Nord und Süd gibt. Schwerin liegt ja sowas von nördlich ( ein paar km unter'm Nordpol ) und da ist man tunlichst bedacht, sich so viel Winterspeck wie möglich anzufuttern.In DDR- Zeiten hieß es ja auch: Iß, was du kriegen kannst.

    Bei uns in Äquatornähe hieß es und auch heute noch: Iß bloß nicht alles, was man dir vorsetzt.

    Natürlich gibt es auch in Meck- Pommes Einkaufsläden, wo man süddeutsch einkaufen kann. Aber die halten sich mit Ach und Krach über Wasser, weil die alteingesessene Kundschaft sich die Federn rauft nach dem Motto:

    „Häh, was soll'n das? Frollein, haben sie keine Lungenwurst oder gut abgelagerte Nieren? Wir wollen nämlich heute Nierenspieße machen. Ja ja, gekocht, nicht gebraten. Wie? Vom Schwein oder Ziege, das schmiert nämlich so appetitlich über den Holztellerrand ab und der Hund kriegt auch noch was ab. Ja ja ich weiß, Katzen können sowas nicht ab, weil sie ja gebürtig aus Ägypten stammen und da gibt’s nur einbalsamiertes Fleisch, hat man mir jedenfalls gesagt. Aber es soll jedenfalls besser sein als Nieren- oder Milzspieß, was ich natürlich nicht glaube. Denn alles, was von innen kommt, erfreut Herz und Leber. Ich könnte allerdings auch von dem frischen Belugawalhirn nehmen, es duftet nämlich so verführerisch und wenn es dann noch denken kann...“ ( Eine alte Nord- Ossiweisheit sagt nämlich: Iß, was dich schlauer macht.)

    Na gut, jedenfalls sind Klaus und ich uns einig, daß der Mensch essen müsse, um Herz Leber und Niere am Leben zu erhalten, also das eigene Gekröse und nicht das im Topf.

    Klaus kocht gerne und mit Leidenschaft. Er hat Kochrezepte auf Lager, um das ihn Jeder beneiden würde. Das Wallynchen hat das nicht, obwohl es nach jahrelanger Suche bzgl. der Küche fündig wurde, aber auch nur, um dort Kaffee zu kochen und wenn der dann seinem Gefühl nach fertig gebraut ist, ruft es Klaus eindringlich zu: „Klausi, kannst du mir nen Kaffee bringen?“ Nein, könne er nicht, seine Schweineschmalzsuppe mit Nierengrieben würde sonst umkippen. Wallynchen schmollt und kramt ihren Kaffe vor zwei Tagen aus dem Bücherregal raus.

    Man muß allerdings bedenken, daß es, also Wallynchen, im Ruhrgebiet aufwuchs und nichts anderes kannte als Karnevalsbuletten und die blöden Sprüche der Verkäufer:

    „ Schöne Maid, hast du heut' für mich Zeit?“ Die Zeit hatte es aber nicht, sonst hätte es ja Klaus gar nicht kennengelernt. Ich habe Klaus indes in Verdacht, daß er sich ab und zu denkt.“Ach, hättest du doch in Essen damals einen Jecken gekriegt“

    Vor allem wenn es, also das Wallynchen, vor dem Fernseher seinen schnuckeligen Popo durch das gesamte Sofagestell durchdrückt und der Fußboden bedenklich knarrt.


    In Bälde der Rest