Beiträge von Wonzel

    Zum Donnerwetter Wonzel, Du bist doch nicht etwa fremdgegangen??????


    Also sowas! Natürlich nicht, wir haben uns Tag und Nacht über die Vorzüge des Kommunismus unterhalten, in Wort und Tat. :whistling:

    Viel interessanter wäre die Frage, wo fängt fremdgehen an, und wo hört es auf?

    Wenn man gesetzlich verheiratet ist und läßt sich auf eine anderweitige Liebelei, egal, wie lange, ein, dann ist das Fremdgehen vor dem Gesetz und man muß dann ein schlechtes Gewissen haben. Wenn man noch ledig ist, dann nennt man das Bindungssuche, was wiederum die Vorraussetzung ist, später fremdzugehen. :D

    Während meines ganzen Lebens war ich zweimal total verliebt. Das erste Mal war es ein Mädchen aus Freiburg bei einem Volkstanzkurs. Was hatte die für ein wahnsinnig anziehendes Gesicht, da stimmte alles und doch mit seltsamen geheimnisvollen Zügen. Was war ich eifersüchtig, wenn sie mit anderen Kerlen tanzte. Zwei oder dreimal ging sie sogar mit mir aus. Beim letzten Mal gestand sie, daß sie bereits verlobt sei mit einem Physikstudenten, da konnte ich nicht mithalten. Eine Welt brach zusammen. Vor drei Jahren habe ich sie wiedergesehen nach 44Jahren, Dank Internetsuche. Sie sah immer noch verdammt hinreißend aus.
    Das zweite Mal und diese Liebe übertraf die erste um Einiges, war, als ich eine 10- tägige Reise nach Moskau buchte, also ins "Feindesland", UDSSR unter Antropow, Nachfolger Breschnews. Von wegen eingeschränkte Gewegungsfreiheit, wie es die Wessipropaganda so gerne proklamierte. Jeder konnte sich von seiner Reisgruppe absondern und auf eigene Faust Land und Leute kennenlernen. Jedenfalls lernte ich am zweiten Tag ein Mädchen kennen, halb Russin halb Mongolin, Bergbaustudentin (! ) an der Lomonossowuniversität in Moskau. Diese neun Tage waren erfüllt von Leidenschaft und Abenteuer. Ich weiß noch, wie wir vor einem kleinen malerischen Bahnhöfchen, ich habe den Namen vergessen, standen und doch der Ausgangsort für die Transsib in alle östlichen Städte war. Natürlich auch nach Ulan Bator, Mongolai, wo sie geboren war und ihre Kindheit verbrachte. Da Tragische war, ich hätte ihr und mir die Fahrt leisten können, sechs Tage hin und sechs Tage zurück für 135 Rubel ( damals ca. 400 DM ) und mind. eine Woche Aufenthalt. Ich habe es nicht gemacht, weil daheim warteten meine Frau und zwei goldige Kinder.
    Aber wenn ich es nochmals zu tun hätte...Ich weiß nicht. All das ist nur noch bittersüße Vergangenheit und man sollte Vergangenem nicht nachheulen.

    Im Laufe des kommenden Jahren sollten sich die Kinder persönlich näherkommen, sich kennenlernen und sich jeweils ihr Wissensgebiet austauschen.. Ein hartes Jahr, vor allem war ihnen verboten, dieses Trainingscamp zu verlassen...für immer. Ihre Eltern, Geschwister, Verwandten und Freunde existieren nicht mehr. Am Ende dieses Jahres versammeln sie sich in bereits erwähntem Pennälerraum, wo ihnen ein Mann, nicht in schwarz, und eine Dame, in schwarz, erklärt, day sie in zwei Tagen mittels eines Spaceshuttles ihre kleine Reise zum Raumschiff auf der Mondrückseite unternehmen werden würden. Ein letzter Blick auf die umliegende Landschaft, die ausgerechnet jetzt in Saft und Blüte steht, sei ihnen vergönnt...per Monitor. Einige beginnen zu weinen und nehmen sich gegenseitig in die Arme, wie nun mal Kinder sind.

    Sie erreichen nach zwei Tagen ihr Ziel in 4 Stunden und sind erstaunt über den Anblick der Arche. Ein riesiges Ding , zwei km lang und 500m breit. Es hat nach beiden Seiten Auswüchse in Form von gigantischen Kugeln und abgerundeten Spitzen. Nach dem die Kinder und die beiden „Alten“ eingestiegen sind, wird sozusagen eine Generalversammlung einberufen. Der Herr
    ergreift das Wort, kurz und bündig: „Ihr habt nun die Möglichkeit, euch innert des nächsten Jahres mit diesem, will mal so sagen, Koloss vertraut zu machen. Dann must ihr alles wissen und
    verstehen. Niemand wird euch helfen dabei, meine Kollegin und ich auch nicht, denn wir sind nicht auserwählt. Nun zur weiteren Erklärung: Der Computer an Bord ist eine Weiterentwicklung eines Typs, der nicht mehr auf der Bit und Byteebene agiert und reagiert, sondern auf den Atomkern zurückgreift. Dieser hat nicht nur ein, oder zwei Ladungseinheiten, ( Proton- Neutron ) sondern auch Quanten, die eine vielfache Möglichkeit bieten. Daher ist er auch in der Lage, kurzfristig zukünftige Voraussagungen zu machen. ( Siehe Doppelspaltexperiment, was heute noch ungeklärt ist ). Er reitet praktisch auf Wahrscheinlichkeitswellen. Kaji, du wirst das verstehen, oder? Der CP benötigt keine schriftlichen Eingaben, sondern reagiert auf Akustik, also eure Stimmen. Er ist lernfähig und weiß die Antwort, bevor ihr sie stellt.

    Weiterhin hat das Schiff einen Fusionsantrieb ( Verschmelzung von Deuterium zu Helium ), Dieser Antrieb bringt euch auf halbe Lichtgeschwindigkeit, was allerdings viel zu langsam ist. Ihr werdet im Laufe der Jahre diesen Antrieb verbessern bis zur annähernden Lichtgeschwindigkeit, woher ihr den unendlich hohen Energieaufwand hernehmt, ist eure Sache. Gregor, hattest du Einstein seinerzeit nicht runtergemacht, von wegen E = mc²?

    Also arbeite daran.

    Des weiteren sind eure Unterkünfte für ca. 1.000 Menschen konzipiert und...“

    Robert ist etwas konsterniert und wirft ein: „ Wieso für so viele? Wir sind doch nur zu zehnt?“

    „Na denk' doch mal nach. Glaubst du, daß ihr in den vielen nächsten Jahren alleine sein werdet? Denn es werden sich Paare finden und binden und was kann das für Folgen haben? Richtig, Nachwuchs, Kinder und die benötigen ihren Platz. Unsere zehn Astronautchen werden nicht ewig leben und deren Kinder und Kindeskinder usw. ebenfalls nicht. Also Platz schaffen für Diejenigen, die eure Zukunft bedeuten. Deshalb fünf Jungen und fünf Mädchen...klar?“

    „Ja, schon klar“ Dabei fröstelt ihn, daß er ein Ende dieser Reise niemals erleben würde.

    Der Herr , er flüstert jetzt, sagt: „Euer neues Zuhause wird ab morgen dieses Raumschiff sein, für alle Zeiten und für Generationen nach euch. Also prägt euch ein, was ihr zuletzt saht auf Erden und gebt es weiter. Vergeßt nie, woher der Mensch kam und gebt ihm eine Chance, wo immer auch. Wir haben es verflucht nochmal verdient!“

    Am nächsten Tag hebt das Raumschiff ab, wohin? Niemand weiß es, irgendwo, wo es einen Platz gibt, für die Menschen, einen Planeten, Exoplaneten, wo sie eine neue Heimat finden. Aber die wahre Heimat? Wer weiß...denn es gibt nur eine wahre Heimat.

    Ab da an beginnt Robert mit den Tagebucheintragungen.

    Ich möchte mal eine Lanze für die Sachenbacher brechen


    Mir tut sie unendlich leid, denn jetzt ist nicht nur ihre Sportlaufbahn abrupt beendet, sondern vielleicht auch der Beruf, so sie einen hat.
    Was die Moral ihrer Handlungsweise anbelangt, sei jetzt mal dahingestellt. Was haben wir im Leben schon geschummelt! Allerdings würde ich schon mal gerne den Gute- Laune- Tee probieren, den sie an besagtem Tag zu sich nahm.
    Ich wünsche ihr jedenfalls alles Gute und vielleicht hören wir in vier Jahren wieder von ihr.

    Leider erkennt man sie nicht auf den ersten Blick.

    Ich sag mal so: Ich glaube, man kann von sich selbst nicht sagen, ob man ein Muster an Charakter- oder losigkeit ist. Das können nur Dritte beurteilen. Es liegt in der Natur der Dinge, daß man sich grundsätzlich überschätzt. Man selbst ist praktisch das Maß aller Dinge und sind wir mal ehrlich, wer von sich kann behaupten, daß er ein Musterbeispiel dieser Eigenschaft ist? Was ist überhaupt Charakterlosigkeit?
    Vielleicht, daß ich meinen Nächsten schlecht mache? Daß ich im Haushalt oder Beruf den Macho raushänge ( Wie heißt das bei Frauen? Daß ich die Kindererziehung meiner Frau überlasse? Daß ich mir Geld pumpe und es nicht mehr zurückbezahle?
    Charakterlosigkeit ist ein weitläufiger Begriff und weiterhin behaupte ich, daß sich Keiner davon freisprechen kann...kein Mensch auf Erden.

    Zehn Stück, aber komm' jetzt, die Anderen warten bereits“

    Zusammen gehen sie durch einen langen abgedunkelten Korridor der am Ende in einen großen Saal mündete. Er ist matt erleuchtet und Robert kann zehn Pulte erkennen, so wie er es aus seiner Schulzeit her kannte, einfache hölzerne Schülerpulte. Der schwarz gekleidete Herr ( Robert sollte nie seinen Namen kennenlernen ) bittet ihn, ein wenig zu warten. Nacheinander kamen nun neun Kinder in den Raum, sie wirken äußerst diszipliniert und haben etwas robotermäßiges an sich. Sie nehmen Platz an den Schülertischen bis nur noch einer übrig bleibt. Robert wundert sich und fragt: „Es sind aber nur neun Kinder, sie sprachen doch von zehn?“ „Bleib' hier einfach stehen und warte ab“ Eine ältere Dame, Wissenschaftlerin und Kinderpsychologin in einem, tritt ein, macht eine lange Pause und spricht darauf hin mit leisem Ton: „Hiermit heiße ich euch alle bestens willkommen. Ich hoffe, ihr habt euch alle auf diesen Tag genügend vorbereitet. Daher wißt ihr auch, um was es geht.“

    Robert weiß es nicht, wahrscheinlich muß er deshalb stehen.Aber was jetzt kommt das raubt ihm mehr als den Atem, er hätte wahrscheinlich gar nicht still sitzen könne, der Herr kannte ihn wohl genügend gut. Die Kinder verziehen keine Miene, warum auch, sie waren jahrelang auf diesen Moment vorbereitet.

    Die Dame spricht weiter: „Hiermit möchte ich euch einander vorstellen. Ich mache es kurz, denn die Zeit drängt. Nochmals kurz zur Erinnerung: Ihr wißt, daß wir schon seit Jahren an einem Geheimprojekt arbeiten. Weiterhin wißt ihr, daß sich der Erde ein Projekt nähert von der Größe des Mondes, ein Überbleibsel aus der Explosion von Barnards Stern, also eine Supernova“ Die Kinder nicken geflissentlich, gähnen und drängen die Dame, zur Sache zu kommen. Robert weiß gar nichts und er weiß nicht, was er hier soll. Der Herr beruhigt ihn und meint, er solle abwarten.

    Die Dame spricht weiter:“Durch die Wucht der Explosion hat dieses planetenähnliche Geschoß fast halbe Lichtgeschwindigkeit und wird uns in knapp drei Jahren erreichen. Das heißt, sämtliches Leben wird ausgelöscht und nicht nur das Leben, sondern auch die Erde zerfällt in Trümmern. Wir können alles zulassen nur nicht, daß die Spezie Mensch in Vergessenheit gerät, sie hat das nicht verdient“

    Robert schreit plötzlich auf: „Und was ist mit den Tieren...den Hunden, den Katzen, den Elefanten?“ Elefanten sind seine Lieblingstiere.

    Die Dame blickt ihn traurig an und spricht weiter. „Damit das nicht geschieht, haben wir beschlossen, einen winzig kleinen Bruchteil davon sozusagen auszuschleußen mittels
    eines Raumschiffs, das derzeit auf der Rückseite des Mondes gebaut wird. Tag und Nacht befördern riesige Shuttles Material dorthin, Maschinen, Wohnungscontainer, Lebensmittel, Sauerstoffregeneratoren, den weltweit fähigsten Computer usw. Ich muß das jetzt nicht alles aufzählen“ Ein freches Mädchen meint, nein das müsse sie nicht.

    Also gut, ich fange jetzt an:

    • Kathy, USA, 9 Jahre alt,
      Mathematik, nach 4 Jahren Eliteschule, mit 6 Jahren Promovierung an
      der Harvard, mit 7 Jahren löst sie das Geheimnis der Primzahlen,
      ein Jahr darauf führt sie die Zahl PI ad absurdum. Mit 8 Jahren
      Nobelpreis für Mathematik.

    • Gregor, Russland, 9 Jahre alt,
      Physik, mit 3 Jahren entdeckt er das Gesetz der Entropie neu, mit 6
      Jahren behauptet er, daß Einstein ein Stümper gewesen sei und
      stellt seine neue Theorie auf. 2 Jahre später bekommt er dafür den
      Nobelpreis.

    • Kaji; Japan, 8 Jahre alt,
      Chemie u. Biochemie, mit 4 Jahren stellt er das Priodensystem in
      Frage und weist nach, daß die Elektronenhülle keine Hülle ist,
      sondern Wahrscheinlichkeitswellen sind. Mit 6 Jahren erstellt er
      eine Theorie über Fraktale, die nur scheinbar sind, mit 7 Jahren
      Nobelpreis für Chemie.

    • Sela, Äthiopien, 8 Jahre alt,
      Medizin, mit 4 Jahren Sonderschule in Addisa Abeba, weil sie nicht
      sprechen konnte, mit 6 Jahren Eliteschule in Göttingen, mit 7
      Jahren entdeckt sie den Krebserreger, mit 8 Jahren Nobelpreis für
      Medizin, den sie aber nicht annimmt.

    • Marga, Deutschland, 8 Jahre
      alt, Biologie, mit 5 Jahren erkennt sie gravierende Fehler bei der
      Theorie der Fortpflanzung von Bakterien, sie beweist, daß sie
      außerirdischen Ursprungs sind. Mit 7 Jahren Doktorarbeit bezgl. des
      Lebens im Universum, im gleichen Jahr Nobelpreis für Biologie.

    • Jose, Brasilien, 8 Jahre alt,
      seit 2 Jahren bei der NASA, mit 6 Jahren entwickelt er ein neues
      Antriebssystem für Raumschiffe und erfindet den Fusionsantrieb,
      kein Nobelpreis, denn bei der NASA gibt es sowas nicht.

    • Achmed, Irak, 9 Jahre alt,
      Psychologie, mit 5 Jahren kann er dieses Wort fehlerfrei schreiben.
      Mit 8 Jahren beweißt er, daß die Psychologie ad absurdum zu führen
      sei, weil da jegliche Grundlage fehle. Seine Worte: Man müsse erst
      mal die Psyche einer Beutelratte kennen. Kein Nobelpreis.

    • Lili, China, 9 Jahre alt,
      Verhaltensforschung, mit 6 Jahren beweist sie, anhand von
      Experimenten an ihrem Hund, daß Tiere sich nur so verhalten, wie
      das vom Menschen vorgegeben wird. Das Verhalten von Tieren und auch
      Menschen, sei in weitester Vergangenheit zu finden, kein Nobel- aber
      Literaturpreis.

    • Mads, Dänemark, 9 Jahre
      alt,Geologie und Geographie, mit 6 Jahren erstellt er eine neue
      Theorie über das Thetismeer und Gondwana auf, indem er genau
      berechnet, nach welchem Zeitraum es wieder genau so sein wird, von 7
      – 8 Jahren Psychiatrie, ab da an sehr späte Doktorarbeit bzgl.
      Erdmagnetismus in Zusammenhang mit dem Jupiter, Mit 9 Jahren
      Nobelpreis.

    • Robert, 10 Jahre alt,
      Deutschland, nichts bekannt, unbekannt, nur zufällig hier.

    Robert ist bestürzt und gleich zeitig froh, denn mit diese Intelligenzmonstern will er nichts zu tun haben. Er fragt den schwarzen Herrn, ob er jetzt heimgehen könnte? Nein, das könne er nicht!, ob er denn nicht den freien Stuhl sähe? „Ja“, schreit er, „aber ich will nicht!“ Im gleichen Moment kommt die Vortragsdame auf ihn zu und flüstert: „Robert, was denkst du, was das alles für einen Sinn haben soll, wenn alles aber auch alles nicht aufgezeichnet werden würde, ein Tagebuch? Du wirst derjenige sein, der Alles festhalten wird, vom Anbeginn der Reise bis zum Ende. Du wirst dein Tagebuch einst deinen Kindern und Enkelkindern weitergeben, auf daß sie Geschichte der Menschen niemals vergessen wird...in ferner Zukunft“

    Den Namen der Dame sollte er ebenfalls niemals kennenlernen...

    Fortsetzung folgt;
    aber jetzt brauch' erst mal nen Grappa