Beiträge von Hagiel

    Vorzeiten hütete ein Schäfersmann friedlich auf dem Köterberg, da stand, als er sich einmal umwendete, ein prächtiges Königsfräulein vor ihm und sprach: »Nimm die Springwurzel und folge mir nach.« Die Springwurzel erhält man dadurch, daß man einem Grünspecht (Elster oder Wiedehopf) sein Nest mit einem Holz zukeilt; der Vogel, wie er das bemerkt, fliegt alsbald fort und weiß die wunderbare Wurzel zu finden, die ein Mensch noch immer vergeblich gesucht hat. Er bringt sie im Schnabel und will sein Nest damit wieder öffnen; denn hält er sie vor den Holzkeil, so springt er heraus, wie vom stärksten Schlag getrieben. Hat man sich versteckt und macht nun, wie er herankommt, einen großen Lärm, so läßt er sie erschreckt fallen (man kann aber auch nur ein weißes oder rotes Tuch unter das Nest breiten, so wirft er sie darauf, sobald er sie gebraucht hat). Eine solche Springwurzel besaß der Hirt, ließ nun seine Tiere herumtreiben und folgte dem Fräulein. Sie führte ihn bei einer Höhle in den Berg hinein. Kamen sie zu einer Türe oder einem verschlossenen Gang, so mußte er seine Wurzel vorhalten, und alsbald sprang sie krachend auf. Sie gingen immer fort, bis sie etwa in die Mitte des Bergs gelangten, da saßen noch zwei Jungfrauen und spannen emsig; der Böse war auch da, aber ohne Macht und unten an den Tisch, vor dem die beiden saßen, festgebunden. Ringsum war in Körben Gold und leuchtende Edelsteine aufgehäuft, und die Königstochter sprach zu dem Schäfer, der da stand und die Schätze anlusterte: »Nimm dir, soviel du willst.« Ohne Zaudern griff er hinein und füllte seine Taschen, soviel sie halten konnten, und wie er, also reich beladen, wieder hinaus wollte, sprach sie: »Aber vergiß das Beste nicht!« Er meinte nicht anders, als das wären die Schätze, und glaubte sich gar wohl versorgt zuhaben, aber es war das Springwort.

    Wie er nun hinaustrat, ohne die Wurzel, die er auf den Tisch gelegt, schlug das Tor mit Schallen hinter ihm zu, hart an die Ferse, doch ohne weiteren Schaden, wiewohl er leicht sein Leben hätte einbüßen können. Die großen
    Reichtümer brachte er glücklich nach Haus, aber den Eingang konnte er nicht wiederfinden.

    Der erzählende Schäfer brauchte ganz gleichbedeutend die Springwurzel und das Springwort, wie im Gefühl von der alten Verwandtschaft beider Ausdrücke.

    Quelle: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen. Zwei Bände in einem Band. München [1965], S. 38-39.

    Die drei Bergleute im Kuttenberg

    In Böhmen liegt der Kuttenberg, darin arbeiteten drei Bergleute
    lange Jahre und verdienten damit für Frau und Kind das Brot ehrlich.
    Wann sie morgens in den Berg gingen, so nahmen sie dreierlei mit:
    erstens ihr Gebetbuch, zweitens ihr Licht, aber nur auf einen Tag mit Öl
    versehen, drittens ihr bißchen Brot, das reichte auch nur auf einen
    Tag. Ehe sie die Arbeit anhuben, taten sie ihr Gebet zu Gott, daß er sie
    in dem Berge bewahren möchte, und darnach fingen sie getrost und
    fleißig an zu arbeiten. Es trug sich zu, als sie einen Tag gearbeitet
    hatten und es bald Abend war, daß der Berg vornen einfiel und der
    Eingang verschüttet wurde. Da meinten sie begraben zu sein und sprachen:
    »Ach Gott! Wir armen Bergleute, wir müssen nun Hungers sterben! Wir
    haben nur einen Tag Brot zu essen und einen Tag Öl auf dem Licht!« Nun
    befahlen sie sich Gott und dachten bald zu sterben, doch wollten sie
    nicht müßig sein, solange sie noch Kräfte hätten, arbeiteten fort und
    fort und beteten. Also geschah es, daß ihr Licht sieben Jahr brannte,
    und ihr kleines bißchen Brot, von dem sie tagtäglich aßen, ward auch
    nicht all, sondern blieb ebenso groß, und sie meinten, die sieben Jahre
    wären nur ein Tag. Doch da sie sich nicht ihr Haar schneiden und den
    Bart ab nehmen konnten, waren diese ellenlang gewachsen. Die Weiber
    hielten unterdessen ihre Männer für tot, meinten, sie würden sie
    nimmermehr wiedersehen, und dachten daran, andere zu heiraten.

    Nun geschah es, daß einer von den dreien unter der Erde so recht aus
    Herzensgrund wünschte: »Ach! Könnt ich noch einmal das Tageslicht
    sehen, so wollt ich gerne sterben!« Der zweite sprach: »Ach! Könnt ich
    noch einmal daheim bei meiner Frau zu Tische sitzen und essen, so wollt
    ich gerne sterben!« Da sprach auch der dritte: »Ach! Könnt ich nur noch
    ein Jahr friedlich und vergnügt mit meiner Frau leben, so wollt ich
    gerne sterben!« Wie sie das gesprochen hatten, so krachte der Berg
    gewaltig und übermächtig und sprang voneinander, da ging der erste hin
    zu dem Ritz und schaute hinauf und sah den blauen Himmel, und wie er
    sich am Tageslicht gefreut, sank er augenblicklich tot nieder. Der Berg
    aber tat sich immer mehr voneinander, also daß der Riß größer ward, da
    arbeiteten die beiden andern fort, hackten sich Treppen, krochen hinauf
    und kamen endlich heraus. Sie gingen nun fort in ihr Dorf und in ihre
    Häuser und suchten ihre Weiber, aber die wollten sie nicht mehr kennen.
    Sie sprachen: »Habt ihr denn keine Männer gehabt?« – »Ja«, antworteten
    jene, »aber die sind schon sieben Jahre tot und liegen im Kuttenberg
    begraben!« Der zweite sprach zu seiner Frau: »Ich bin dein Mann«, aber
    sie wollt es nicht glauben, weil er den ellenlangen Bart hatte und ganz
    unkenntlich war. Da sagte er: »Hol mir das Bartmesser, das oben in dem
    Wandschrank liegen wird, und ein Stückchen Seife dazu.« Nun nahm er sich
    den Bart ab, kämmte und wusch sich, und als er fertig war, sah sie, daß
    es ihr Mann war. Sie freute sich herzlich, holte Essen und Trinken, so
    gut sie es hatte, deckte den Tisch, und sie setzten sich zusammen hin
    und aßen vergnügt miteinander. Wie aber der Mann satt war und den
    letzten Bissen Brot gegessen hatte, da fiel er um und war tot. Der
    dritte Bergmann wohnte ein ganzes Jahr in Stille und Frieden mit seiner
    Frau zusammen; als es herum war, zu derselben Stunde aber, wo er aus dem
    Berg gekommen war, fiel er und seine Frau mit ihm tot hin. Also hatte
    Gott ihre Wünsche ihrer Frömmigkeit wegen erfüllt.


    Quelle: Jacob und Wilhelm Grimm: Deutsche Sagen. Zwei Bände in einem Band. München [1965], S. 31-33.

    Liebe Chrissi, ich muss gestehen, ich sehe erst jetzt diesen Thread. :)

    Supie, dann geht es ja morgen los. Ich wünsche Euch Dreien eine schöne Zeit, ( Johnny als Strohwitwer, kann sich die Zeit sicherlich auch gut vertreiben)
    :D

    Kommt gut erholt wieder, nur das ist wichtig, und grüss mir den Wonzel. Aber ob wir alle lieb sind, weiss ich noch nicht. ^^

    Meine Ausbildung als Friseuse, habe ich im Sauerland in einem grossen Hotel absolviert. In unseren Friseursalon kamen die sogenannten Wochenendurlauber,( Kegelclubs, Seminarteilnehmer Deutsche, Holländer, ja auch andere Nationalitäten waren vertreten). Was soll ich Euch sagen, typisch deutsch, holländisch, britisch oder gar französisch stach nicht heraus, sondern typisch urlauberisch. Gute Laune, laut, angeheitert, singend oder grölend, je nach dem, sie waren alle gleich. Eben losgelöst, mit der Vorfreude auf ein schönes Wochenende. :D Ich kannte es nicht anders, und ich glaube, in anderen Urlaubsorten geht es ähnlich zu. Was der Eine nicht macht, macht halt der Andere. Bin ich im Urlaub, bin ich auch lockerer und die Anderen stören mich nicht sonderlich, zumindest habe ich noch keine schlechten Erfahrungen gemacht, egal wo ich war. Ich denke, im Urlaub ticken die Uhren etwas anders, als im Alltag.

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    Mal ganz anders, aber super :sehrgut:

    Tobi und Teddy, zwei Geschwister und Timmy, der leider verunglückt ist. Alle selber grossgezogen. Timmy hatte noch einen Zwilling, der auch tödlich verunglückte. Zur Zeit habe ich reine Stubentiger, sodass diese Sorge Gott sei Dank vorbei ist. Wenn ich die Bilder habe, kommen sie auch hier rein.

    Dein Gedicht ist sehr traurig, aber ein paar Sätze fallen mir dazu ein. Selina, wenn man sich niemanden mehr öffnet, glaubt man, man wird nicht mehr enttäuscht. Aber enttäuscht werden wir immer mal wieder werden, von Menschen und von Situationen, weil es sich nicht verhindern lässt. Erst im Umgang mit anderen, lernen wir ihn kennen, und niemanden steht auf der Stirn geschrieben, besser Finger weg. Will man sich deswegen verschliessen? Es könnte auch genau anders rum sein. Lass ich meinen " Nächsten" büssen, weil mir ein anderer weh getan hat? Das ist nicht fair, und der Nächste wird auch nicht verstehen, warum Du so reagierst. Es sind nicht alle böse und es kommt bestimmt mal ein Anderer, der Dir genau das Gegenteil beweisst. Vielleicht hast Du schon Menschen in Deinem Umfeld, die genau das ausstrahlen und Dir tagtäglich beweisen, das es auch anders geht. Nur die sind wichtig, sind Deine Gedanken und Sorgen wert, und bereichern Dein Leben. Andere bremsen Dich aus wegen der negativen Gedanken, die Du ihretwegen hast.

    Weisst Du, es gibt einen Superspruch (ich weiss nicht von wem). Das Glas ist nicht halbleer, es ist halbvoll!!!

    Ich weiss nicht, wie oft ich schon daran gedacht habe, aber ich liebe ihn, und es steckt auch viel Wahrheit darin. Dieser Spruch wandelt das Negative ins Positive.


    Wir ändern keinen, aber wir können unser Denken verändern. :97:

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    :batman: Intrigen können nur greifen, wenn ich ein Gegenüber habe, dass sich quälen lässt, und ja, es ist richtig, dass alles auf mich zurückkommt, was ich aussende, sei es im Guten, wie im Bösen. Früher oder später, es wird mich einholen. Mir ist das ein Trost und ich beobachte, dass es einige schon eingeholt hat. :cool: