Beiträge von Hagiel

    Mein Grundsatz war immer, wenn es passiert, dass man sich anderweitig verliebt, es seinem Partner zu sagen. Eben weil ich Ehrlichkeit wichtig finde, und das Gefühl, schon ewig betrogen worden zu sein, das hat keiner verdient. Es fällt schwer klare Fakten zu schaffen, aber wenn man schon ein halbes Leben zusammen ist (wie bei mir), ist das ein Muss, weil beide mit der Entscheidung weiterleben müssen. Mein Mann und ich haben es beide Gott sei Dank geschafft mit Respekt auseinander zu gehen, aber es müssen auch beide wollen. Bevor ich meinen neuen Partner überhaupt das erste mal gesehen habe, habe ich klaren Wein eingeschenkt, und bin nicht zweigleisig gefahren. Heute bin ich heilfroh so gehandelt zu haben, für alle Beteiligten. Denn eines ist klar, eine neue Beziehung heisst noch lange nicht, dass man den Ex hasst, sondern immer noch mag. Wir können miteinander reden, denn mein Mann ist und bleibt der Vater meiner Kinder, und er war immer ein guter Vater. Ihm wünsche ich von Herzen, dass er eine neue Partnerin findet und glücklich wird. Das kann aber auch nur klappen, wenn er im Vorfeld nicht nach Strich und Faden veräppelt worden ist. Ich weiss, dass kann nicht immer klappen, weil die Voraussetzungen sehr oft verschieden sind. Aber jeder muss für sich entscheiden wie er handelt, da würde ich auch nicht raten wollen, denn das gehört in die Hände der Betroffenen.

    Ich glaube, dass es sowieso schwierig ist, solche Begriffe streng voneinander zu trennen. Eines spielt ins andere. Mir fällt es leichter solidarisch zu sein, wenn ich jemanden mag. Wenn ich jemanden nicht mag, bin ich auch nicht solidarisch. Da könnte er noch so gute Ansätze haben. Ich würde wahrscheinlich gar nicht zuhören. So sind wir Menschen gestrickt. Sympathie spielt selbst da mit rein.

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    Was die Technik so möglich macht ist schon klasse. Manche Musik ist durch entsprechende Videos erst richtig gut.

    Mal eine kleine Geschichte. Als meine Schwester und ich aus dem Heim in eine Pflegefamilie vermittelt wurden, war es mit meinen schulischen Leistungen nicht weit her. Ganz besonders haperte es an der Rechtschreibung. Es kümmerte mich nicht gross. Für mich war es normal, viele Fehler in ein Diktat zu hauen. Als ich dann mit meinem ersten korrigierten Diktat zu Hause ankam, schlug meine Pflegemutter die Hände über dem Kopf zusammen bei meiner Aussage, ich habe nur 32 Fehler, da meine Schwester 36 Fehler im Diktat hatte. Ich habe es gar nicht verstanden, warum sie sich aufregte. Gut, ich ging in die 3. Klasse und hatte einen Lehrer, der sehr wohl ein Auge hatte für Schüler, die stark nachhinkten. Er kannte meine Vorgeschichte, und ging sehr sensibel mit mir um. Er wusste, schimpfen nutzte gar nichts. Er bemerkte, dass ich mich für Bücher anfing zu interessieren und ich gerne las. Also wurden kleine Wettbewerbe veranstaltet. Wer die wenigsten Fehler im Diktat hatte, bekam ein schönes Buch geschenkt. Alles aus seiner Privattasche bezahlt. Mir hatten es die Abenteuerromane angetan, und ich fieberte so manchem Wettbewerb entgegen. Ja, und irgendwann war es soweit. Mein erstes gewonnenes Buch. Lasse Länta, ein Junge, der mit den Karibuherden mitzog und so manches Abenteuer erlebte. Ich schwebte und war sooo stolz. Durch das viele Lesen verbesserte sich meine Rechtschreibung ohne grosse Anstrengung, weil ich am Schriftbild erkannte, welches Wort falsch war. Klar heute muss ich schon schauen, und haue bestimmt Fehler mit rein, aber so wie beschrieben, kann man auch Kinder fördern. Ich hatte ein Riesenglück, und er ist bis heute mein absoluter Lieblingslehrer. Niemals werde ich mich über Fehler aufregen. Wichtig ist der Sinn des Geschriebenen, und nicht jeder hatte das Glück, so einen Lehrer zu haben.

    Solidarität? Gut, mit Menschen, die mir ans Herz gewachsen sind, können mit meiner Solidarität rechnen. Da muss ich nicht überlegen. Bei Meinungen sieht es anders aus. Was ich für mich vertreten kann und womit ich übereinstimme, ja, da bin ich solidarisch, ansonsten logischerweise nicht.


    Keine Ahnung, wie weit ich gehen würde. Käme auf die Situation an. So pauschal kann ich das nicht beantworten. :)

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    Für das liebe Flöckchen:1x klick,



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    Vielleicht würdest Du heute anders handeln,...vielleicht... Das ist ein Vorgang, der Angst macht, und ganz ehrlich war ich auch der Versuchung nahe, mich zu "drücken". Aber heute weiss ich, in meinem gesetzteren Alter, wie wichtig es ist, sich zu überwinden , für den Sterbenden, sowie für mich, denn ich muss mit meiner Entscheidung weiterleben. Nach meinen letzten "Erlebnissen" ist das drücken wollen in weite Ferne gerückt. Ja ich bin glücklich noch einmal Nähe erfahren zu haben, wie sie vorher so innig nie war. Ich weiss nicht wie ich es beschreiben soll, aber es hatte etwas heiliges??? Wonzel, jetzt hau mich nicht, muss sowieso gerade plärren. :schäm:

    Im Grossen und Ganzen sehe ich es genau so, wie Wonzel es beschrieben hat. Schuldgefühle lähmen. Heute räume ich durch ein Gespräch aus, was falsch gelaufen ist, und weiss mich danach befreit. Allerdings, wie vor gar nicht langer Zeit passiert, lasse ich mir Schuldgefühle nicht mehr einreden.
    Um genauer darauf einzugehen. Im näheren Umkreis wurde eine ältere Dame nachts vom Rettungswagen abgeholt, und in die Klinik gebracht. Sie konnte selber einsteigen, musste also nicht mit einer Trage transportiert werden. Diese Dame klingelte Tage später an der Haustür und ärgerte sich, dass eine Fussmatte nicht genau an der Stelle lag, wo sie die Matte immer hinlegt. Man stelle sich vor. Sie erklärte mir, dass die Matte schon immer da liegt, also seit 15 Jahren, und mir mal so rausrutschte, ja so sieht sie auch aus. Da flippte sie total aus, schrie rum und warf mir an den Kopf, sie hätte wegen mir einen Zusammenbruch gehabt. Daraufhin erklärte ich dieser hysterischen Frau, dass ich ab sofort nicht mehr mit ihr rede, sondern nur noch mit ihrer Tochter, liess sie in ihrer Wut stehen, und schloss die Wohnungstür hinter mir. Dann ging es richtig los. Sie schrie weiter rum, schmiss mit Türen und Gegenständen und was weiss ich. Anmerken muss ich noch, diese besagte Dame hatte ich wochenlang weder gesehen noch gesprochen. Ich gehe morgens aus dem Haus, und komme Abends wieder. Soweit so gut. Bevor ich in dieses Haus zog, lag diese Dame im Krankenhaus wegen Herzproblemen und anderer gesundheitlichen Handycaps. Sie war krank, bevor sie mich kennen lernte.
    Ich rief ihren Schwiegersohn an, erklärte ihm die Situation, worauf er mich beruhigte, dass bis dato nicht von mir die Rede war, und ihr Krankenhaus Aufenthalt andere Gründe hätte. Na, da war ich erst recht sauer und wisst Ihr was, diese Dame kann mir mal ganz gepflegt den Buckel runterrutschen. Jawoll.