Doofes Hobby


  • :huhu:


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    :sehrgut:



    Doofes Hobby


    Angeln. smilie_out_036.gif




    Zu diesem * Sport * kam ich durch meinen Bruder.


    Sport! Das ich nicht lache! Sicher es gibt ein paar Fliegenfischer, oder ein paar Angler, die stundenlang eine Blinker durch’s Wasser ziehen und wenn sie gut sind, dabei etliche Kilometer zurücklegen. Aber der Großteil der Angler: Am Wasser ankommen, alles auspacken und dem Nachbarn zeigen, was man sich wieder für supertolles, sündhaft teures Gerät geleistet hat. Diese Angeber. Dabei ist das Wichtigste, was ein Angler braucht: Lange Arme, um der Umwelt erklären zu können was man für Riesenfische schon gefangen hat ( gern gefangen hätte )

    Natürlich gehören diverse Getränke dazu, schließlich will man nicht den ganzen Tag auf dem Trockenen sitzen, und ich habe oft des Abends dann manch Angler auf allen Vieren zum Auto krabbeln sehen.


    Angler: smilie_tier_125.gif


    Da sind die verwegen Typen: In Tarnkleidung. damit sie von den Fischen nicht gesehen werden. Um den Bierbauch einen Gürtel geschnallt und daran hängt ein Riesenmesser, denn schließlich muss man den Fisch den Garaus machen. Sofern man einen fängt.


    Dann gibt’s den Besserwisser, dessen einzige (sich selbst auferlegte ) Aufgabe es ist, allen anwesenden Anglern zu erklären, wie man am besten angelt. Natürlich geht er das Risiko ein, in das Gewässer geworfen zu werden (geschah mir am Anfang meiner Anglerkarriere. )


    Und dann gibt es die *Wissenschaftler;* Zu denen ich gewechselt bin, nachdem ich etliche Male das kühle Nass zwangsweise aufsuchte.

    Der *Wissenschaftler* lässt sich in diversen Geschäften für viel Geld Bücher andrehen, testet die in den Büchern veröffentlichen * Geheimtipps* und *entwickelt* diese Methoden weiter. Zum Wohle seiner Anlegerkollegen und für sich selbst.

    Immer kamen die Tipps bei den Angelkollegen nicht so gut an und auch der *Wissenschaftler* suchte ab und an mal das kühle Nass auf.


    Irgendwann hatte ich die Nase von meinen Angelkollegen voll (hatten sie halt Pech und werden nie den Fisch ihres Lebens fangen, denn ich hatte noch ein paar hundertprozentige Tipps parat ) und wurde Angeleinzelkämpfer.

    Das heißt, mutterseelenallein am Gewässer sitzen und sich zu Tode langweilen.

    Schließlich fragte ich bei meinem Schwager nach, ob es OK wäre wieder mit ihm zum Angeln zu fahren . Er hatte nicht’s dagegen, aber nur unter der Voraussetzung, ich solle einfach mein Maul beim Angeln halten. Er habe keine Lust, wegen mir wieder in’s kühle Nass geworfen zu werden. So geschehen weil die gute Seele ab und an gemeint hatte, er müsse mir gegen die undankbaren Anglerkollegen beistehen.

    Das ging auch eine Weile gut. Aber ich konnte es nicht lassen, doch ein paar gutgemeinte Tipps von mir zu geben und mein Schwager und ich verlegten dann unsere Angelplätze an den Altarm des Flusses. Hatten sie uns doch wieder ins Kühle Nass befördert diese Rowdys , diesen Undankbaren.


    An zwei Erlebnisse erinnere ich mich noch.


    Zugegeben, etwas peinlich. Aber ich erzähle sie doch, denn das kann jeden Angler passieren.


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    Ich hatte mal in einem Buch gelesen : Das wahre Angeln ist das Blinkern ( Spinnfischerei ). Für Angelbanausen : Man zieht eine Fischimitation ( aus Metall oder Kunststoff ) mit daran befestigten Haken durch das Wasser—in der Hoffnung, es schwimmt ein blinder Fisch vorbei und beißt zu.

    Mein Schwager und ich verschrieben uns dieser Methode und wurden Spinnfischer ( Eigentlich drückt dieses Wort viel aus! )

    Eines Abends standen wir ( vielleicht 20 Meter voneinander entfernt ) am Ufer und spannen.

    Noch mal für die Banausen hier : der Kunstköder wurde ausgeworfen, langsam ans Ufer gezogen und das stundenlang. Es wurde düster, alles ruhig. Da hörte ich ein leises Plätschern. Ich suchte die Wasseroberfläche ab. Nicht’s! -und ich spann weiter. Dann wieder das plätschern!....Und da sah ich es : Ein Riesenungeheuer schwamm auf mich zu!!!

    In meiner Panik schrie ich laut um Hilfe. Umsonst! Mein Schwager hörte mich nicht, oder wollte mich nicht hören, die feige Sau. Das Untier erreichte das Ufer, erschrak gewaltig und lief grunzend weg. Und ich schreiend in die andere Richtung, nachdem ich meine Angel vor Schreck in’s Wasser geworfen hatte.

    Nach einigen ( vielen ) Metern blieb ich stehen und beruhigte mich und schlich langsam und vorsichtig zurück. Zum Glück hatte die Strömung die Angel an’s Land gedrückt und ich war froh, das ich durch das Untier keinen finanziellen Verlust erlitten hatte. Ich setzte mich hin und rauchte erst mal eine Beruhigungszigarette. Mein Schwager fand sich dann auch ein, behauptete, er habe mich nicht schreien hören. Der Arsch! Wir stritten noch eine Weile so rum, und dann hörten wir wieder das Plätschern. Aber bevor ich diesmal in Panik geraten konnte, war das Untier schon an Land: Ein noch ziemlich kleiner Biber, der aus dem nahen Kleintierzoo ausgebüchst war.

    Er guckte uns an, schnaubte ( wahrscheinlich verächtlich ) glitt in’s Wasser und schwamm davon...


    Ich kam mir schon ein bisschen wie ein Feigling vor. :peinlich:



    Erlebnis Nr.2 smilie_out_035.gif


    Diesmal kann ich mir viel Geschreibe ersparen, da der Leser / die Leserin nun weiß, was Spinnfischen ist.

    Also, die Geschichte.


    Selber Fluss, anderes Ufer ( wegen dem Untier)---einige Wochen später.


    Geduldig wird wieder der Kunstköder durch’s Wasser gezogen, diesmal eine kostspielige Angelegenheit. Dauernd bleibt der Köder irgendwo hängen. An versunkenen Ästen, an irgendwelchem Gerümpel das des nachts heimlich im Fluss entsorgt wurde,--und man verlor so manchen Kunstköder durch abreißen der Schnur.

    Eigentlich hatte ich keine Lust mehr. Dauernd die Köder weg, dazu die dämlichen Kommentare der Spaziergänger wenn ich mal wieder vergeblich versuchte den festhängenden Köder durch ruckeln an der Schnur vom Hindernis zu lösen.

    Ich war einfach nur genervt. :hau:

    Da sah ich draußen im Fluss die kleinen Fische aus dem Wasser spritzen. Ganz klar!--da jagte ein Raubfisch!! Also nix wie raus mit dem Köder! Ich warf in genau an die Stelle wo das Gewusel war und drehte langsam an der Kurbel. Plötzlich ein rucken und ich schlug gewaltig an. Und da hatte ich ihn!! Ich zog ihn gegen die Strömung, die an dieser Stelle doch recht stark war.

    Es war ein Kampf der Giganten! Ein Kampf auf Leben und Tod! Der Bursche spielte mit mir. Zog ich ihn näher in meine Richtung versuchte er in die Tiefe zu kommen, ließ ich die Leine locker, versuchte er seitlich auszubrechen.

    Aber ich gab nicht nach, waren doch inzwischen viele Zuschauer oben an der Böschung die mich anfeuerten. Ja, die nach Fernsehen und Presse riefen, hatte ich doch bestimmt *Nessie* am Haken.

    So langsam ermüdete der Gigant des Flusses und je näher ich ihn Richtung Ufer zerrte um so mehr gab er nach.

    Schließlich hatte ich ihn am Ufer und mein Schwager arbeitete sich mit dem Kescher bewaffnet durch das dichte Gebüsch um mir beim anlanden des Jahrhundertfanges behilflich zu sein. Leider war mir durch das Gestrüpp die Sicht versperrt und ich konnte nicht sehen, wie mein Schwager das Ungeheuer kescherte.

    Ein Rumoren, ein Geraschel. Auf einmal erschallte blökendes Gelächter aus dem Gebüsch. Und dann erschien mein Schwager mit meinem *Jahrhundertfang* im Riesenkescher.

    Ein uralten Lkw---Außenscheinwerfer! ( Mein Köder hatte sich am Rand des Scheinwerfers verfange und als ich ihn durch die Strömung zog--Öffnung voran—wurde er natürlich hin und her gedrückt.)


    Das Volk oben an der Böschung kreischte vor Lachensmilie_happy_151.gif , ich wurde *beglückwünscht* zu meinem Riesenfang---und ich war seither nicht mehr Angeln.


    Aber meinen Bundesfischereischein hab ich mal verlängern lassen. Man weiß ja nie.....




    Ein herzliches Petri Heil!


    © Hippie a060.gif



    Bildquelle: https://www.brandmalerei-onlin…eien/stammtischschild.htm





    Ich bin...ich weiß nicht wer
    Ich komme...ich weiß nicht woher
    Ich gehe...ich weiß nicht wohin
    Mich wundert, dass ich so fröhlich bin...


    ( Unbekannter Dichter, Mittelalter )


    Meine Lebensgeschichte unterliegt selbstverständlich, wie alle von mir eingebrachten Geschichten,


    meinem ( Hippie's ) Urheberrecht -- § 7 UrhG.

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